07. Februar 2010
Das Drücken des Auslösers ist eine rein mechanische Fähigkeit. Wer fehlerfrei das Auslösen einer Kamera beherrscht, hat noch lange keine kreative Leistung vollbracht. Auch das spätere Ausarbeiten der zum Rohbild gewordenen Ablichtung beinhaltet nur ein begrenztes Maß an Kreativität. Worin ist also das zu finden, was wir allenthalben und vielerorts als Quell des volksbreiten Kunstschöpfens in der Fotografie vor Augen geführt bekommen? Kontrovers betrachtet leben wir in einer Bilderwelt, in der das meiste entweder als Kunstwerk oder als Sondermüll bezeichnet werden kann.
Seit über hundert Jahren wird die Fotografie vom kompromisslosen Verfechten kontroverser Denk- und Handlungsweisen belastet. Für die einen ist die Fotografie ein Zeitvertreib, ein Dokumentieren, Festhalten und Schaffen von Erinnerungswerten. Andere wiederum wollen ihrer Sicht auf Lebensumstände oder Gegenstände Ausdruck verleihen, ihre Empfindungen in Bilder bannen, Sehenswertes sichtbar machen und Sichtbares sehenswert ins Bild setzen. Niemand kann sich davon befreien, mehrere dieser Faktoren in seine Fotografie zu integrieren. Auch der schöne Begriff „Kunst“ spielt dabei eine gewichtige Rolle, wobei nicht jede Fotografie den Anspruch auf „Kunst“ erhebt, gleichwohl sich auch nicht jeder Fotografierende als Künstler sieht. Allgemeinsprachlich wird Kreativität jedoch oftmals in die Nähe der Kunst gerückt. Dies will ich nun auf den Prüfstand stellen.
Der Begriff „Kreativität“ bezeichnet die Fähigkeit eigenständig neue Problemstellungen durch Anwendung erworbener Fähigkeiten in eine Problemlösung umzusetzen. Die Anwendung erworbener Fähigkeiten auf dem Weg der Problemlösung wird als kreativer Prozess bezeichnet. Fähigkeiten sind ein Konglomerat aus technischem Wissen, deren Anwendung und haptisch-handwerkliche Fertigkeiten. Kreativität ist demnach die Lösung einer Problemstellung ohne Verfahrensanweisung oder Lösungsvorgabe. Somit wird eindeutig klar, dass in der Fotografie technisches Wissen ein Bestandteil der kreativen Problemlösung darstellt, jedoch nicht das alleinige Moment sein kann. Zumindest haptisch-handwerkliche Fähigkeiten sind ein Faktor mit erheblichem Einfluss auf das Endergebnis, ohne technisch messbar zu sein. Um zum Endergebnis zu gelangen, muss der Aufgabenrahmen definiert sein. Ein Problem ist immer eine Aufgabenstellung, die mit Schwierigkeiten verbunden ist. Bei der fotografischen Aufgabenerfüllung treten Probleme in diversen Ausprägungen auf. Um sie zu lösen, muss eine Aufgabenstellung in mehrere Unteraufgaben aufgeteilt und im Lösungsweg auf das Endergebnis ausgerichtet werden. Alle Einzellösungen verlangen zumeist nach Kreativität und fügen sich auf dem Lösungsweg zu einem Endergebnis zusammen. „Kunst“ stellt eine Unteraufgabe dar, falls in der Aufgabenstellung ein entsprechender Anspruch formuliert wurde.
Nun nun ist es niedergeschrieben, mein Substrat über die Kreativität. In halbwegs verständliche Worte gepackt, habe ich mir dann selbstkritisch die Frage gestellt, ob das Geschriebene zutrifft. Ja, jede fotografische Aufgabenstellung beinhaltet diverse Probleme. Egal, wie lange man schon fotografiert, es gibt niemals das Problemlose. Übung und Erfahrung helfen natürlich den richtigen Lösungsansatz zu finden … manchmal sogar in Sekundenbruchteilen. Eindeutig kann ich auch sagen, dass Kunst nicht automatisch ein Bestandteil der Fotografie ist. Entweder man macht es/sie oder nicht. Prima, jetzt habe ich mal wieder eine Hammerthese in die Welt gesetzt, über die ich lange nachgedacht habe und über die sich viele Menschen sicher noch länger Gedanken machen werden. Aber warum hat es mich heute zu diesem Artikel getrieben? Seit einigen Tagen habe ich die „LOMO LC-A“ in Händen. Einerseits ist das eine Sorgloskamera, mit der man allerhand Blödsinn veranstalten kann. Andererseits reizt das Gerät zur künstlerischen Bildgestaltung. Lomografie wird oft belächelt. Wer sich mit diesem Bereich nicht näher beschäftigt, wird lomografische Bilder als Zufallsprodukte und Filmverschwendung abtun. Aber es gibt auch andere Ansichten, wobei nicht all das, was mit einer lomografischen Kamera aufgenommen wurde, automatisch als kreativ, wertvoll und künstlerisch gelten kann. Kontroverser wird wohl kein Bereich der Fotografie diskutiert. Für mich war Anlass den Begriff „Kreativität“ und dessen Einfluss auf die Kunst zu klären, bevor ich mein Verhältnis zur „Lomo LC-A“ kläre. So ganz nebenbei ist mir wohl auch eine Entlarvung des fotografischen Dünkels gelungen. Ich weiß jetzt nicht, ob mich das in der Beliebtheitsskala nach vorne bringt.
Tags: Aufgabe, Fotografie, Kreativität, Kunst, LC-A, LOMO, Lomografie, Problem
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31. Januar 2010
Eine kleine Fotoschule ohne Beispielbilder? Wie soll das denn gehen? Heute möchte ich Tipps geben, wie gute Bilder entstehen, bevor man auf den Auslöser drückt. Ohne Technikeinsatz und ohne Wedeln mit gewaltigem Fachwissen gibt es eine Garantie für gute Bilder. Das Hilfsmittel hierzu ist außergewöhnlich preiswert. Es handelt sich um Worte. Ein gutes Bild beginnt mit Worten. Wir alle denken in Worten, drücken Gefühle in Worten aus, vermitteln Eindrücke mit Worten. In all den Jahren habe ich gelernt, zunächst mit Worte ein Bild zu beschreiben, bevor ich es mache. Lies den Rest des Artikels »
Tags: Blende, Fotografie, Fotoschule, gutes Bild, Konzept, Perspektive, Schnee, Vision, Weitwinkel, Winter
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26. Januar 2010
Was wäre die Fotografie, ohne das Abbilden aller Lebensbereiche? Wer nun eine kleine Fotoschule erwartet, in der ich lehrend verkünde, wie man Sexualität in Ausübung fotografiert, wird bitter enttäuscht. Natürlich, ich fotografiere auch in diesem Bereich und habe auch schon reichlich Gedanken und Bilder aus diesem Sujet veröffentlicht. Aber in diesem Blogartikel möchte ich doch ein paar andere Gedanken bewegen. Es geht unter Anderem um die Sexualität, die sich über viele Jahrhunderte in wechselnder Intensität im gesellschaftliche Leben ausdrückt. Lies den Rest des Artikels »
Tags: Epoche, Fotografie, Sex in the City, Sexualität, Stil, Street-Fotografie
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21. Januar 2010
Ein immer wieder interessantes Thema in der Menschenfotografie ist die Arbeit mit Modellen. Jeder ambitionierte Fotograf wird früher oder später an dieser Stelle ankommen. Zunächst klingt das Ganze recht einfach, wird aber schwieriger, wenn man ganz bestimmte Vorstellungen hat. Wenn irgendwelche Bilder gemacht werden sollen, wird sich bestimmt immer jemand finden … wenn ein ganz bestimmter Kontext, ein spezieller Bildausdruck oder sogar künstlerische Fotografie entstehen soll, wird es zunehmend schwieriger. Heute möchte ich einen kleinen Eindruck in diesen Bereich der Fotografie geben.
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Tags: Fotografie, Fotoschule, Konzept, Modell, Ratgeber, Shooting, Tips
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20. Januar 2010
So, jetzt ist es so weit. In all dem Trubel um meinen Umzug ins Amazonasdelta liegt ein neuer Auftrag auf meinem Tisch. Ich soll für Spürsinn eine Kamera testen, die neu ins Programm kommen soll. Es ist eine LOMO LC-A. Irgendwie freue ich mich darauf. Das „Ding“ ist ja bereits sagenumwoben. Oft habe schon habe ich Bilder gesehen, bei denen ich nur ein lockeres „wow“ säuseln konnte. Aber wird sich dieses Gerät mit mir vertragen? Lies den Rest des Artikels »
Tags: Aktfotografie, Auftrag, Braunschweig, Fotografie, LOMO, lomo LC-A, Lomograf, Lomografie, Lomography, Modell gesucht
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20. Januar 2010
Seit Jahrzehnten schwelt der Streit in der Fotografie, was gute Fotografie ist. „Meine Bilder sind unbearbeitet und deshalb wahrhaftig“, ist eine oft geäußerte Wertdarstellung, die auf die Güte des Bildes hinweisen soll. Mit dem Hinweis auf das nackte Bild soll deutlich werden, dass es sich um echte Fotografie handelt. Erst am letzten Wochenende hatte ich eine interessante Diskussion zu diesem Thema. Es scheint ein niemals versiegender Streitpunkt zu sein, dem sich wohl auch kein Fotograf entziehen kann. In allem schwelt der Gedanke, dass die Fotografie die einzige Kunstgattung der Bildenden Kunst darstellt, die Wahrheit und Realität bildlich festhalten und reproduzieren kann. In der stets mit Vehemenz geführten Diskussionen liegt wohl auch ein Stück Stolz der einzelnen Fotografen, die für sich und ihre Art der bildlichen Ergebnisse die richtige Art der Würdigung erhoffen. Wohl gemerkt, es geht dabei nicht um übersteigerte Selbstwertgefühle, sondern um die Anerkennung der erbrachten Leistung. Nun ist es an der Zeit, ein wenig hinter die Kulissen der Fotografie zu schauen. Lies den Rest des Artikels »
Tags: Bearbeitung, Ethik, Fotografie, Norm
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19. Januar 2010
Ich gestehe, ich habe eine Farballergie. Das liegt wahrscheinlich an meiner beruflichen Vergangenheit. In den 1970er Jahren, als ich das Handwerk erlernte, war die Werbewelt bunt und überzeichnet. Nächte lang stand ich in der Dunkelkammer, um mit tausend Tricks den rotesten Sonnenuntergang und das grünste Gras in der angesagten Bildsprache zu erzeugen. All das habe ich überstanden und in den Jahren danach immer neue Farbausdrücke erlernen müssen. Becker müssen ihren Beruf aufgeben, wenn sie sich im Laufe der Jahre eine Mehrallergie einhandeln. Fotografen können immer noch der Schwarzweiß-Fotografie frönen. Aber manchmal muss es eben doch bunt sein … das will ich heute in der kleinen Fotoschule besprechen. Lies den Rest des Artikels »
Tags: analoge Fotografie, Blende, digitale Fotografie, Farbe, Fotografie, Fotoschule
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18. Januar 2010
Eines der am häufigsten gebrauchten Wort in der Fotografie ist „Gradation“. Es gibt auch kaum einen wichtigeren Begriff, um das Spektrum des fotografischen Gestaltungsraums vollständig zu erfassen. Leider haben sich im Laufe der Zeit eine Menge Missverständnisse hierzu angesammelt. Viele Fotografierende könnten wesentlich bessere Bilder erreichen, wenn sie die Zusammenhänge und Wirkweisen der Gradation richtig anwenden. Deshalb möchte ich das Thema jetzt ein wenig in Praxisnähe rücken. Lies den Rest des Artikels »
Tags: analog, analoge Fotografie, Chip, digital, digitale Fotografie, Dunkelkammer, Film, Filmmaterial, Fotografie, Fotopapier, Gradation
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17. Januar 2010
In einer Zeit, in der nur das Superlativ Aufmerksamkeit erlangt, wird auch von Fotografien die größtmögliche Dramatik verlangt. Durch die digitale Welt geistern Methoden und Hilfsmittel, mit denen ein einfaches Bild zur größtmöglichen Überzeichnung der Realität gebracht werden kann. Fachmännisch werden diesen Bearbeitungsweisen Abkürzungen verpasst, weil man sonst zu lange erklären müsste, bevor man sich die Beweihräucherung abholen kann. Wer viel arbeitet, möchte auch viel Lob haben. Für all jene ist dieser Teil meiner kleinen Fotoschule nicht sonderlich geeignet, da ich erklären möchte, wie einfach man die Dramatik ins Bild setzen kann. Lies den Rest des Artikels »
Tags: Ausarbeitung, Belichtung, Dichteumfang, Dramatik, Fotografie, Fotoschule, Gradation, Layer
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16. Januar 2010
Ich habe wirklich keine Lust die letzten Kisten zu packen. Nach einer ganzen Reihe von Jahren löse ich das Hier und Jetzt auf, um ein Leben an einem anderen Ort neu zu gestalten. Nur noch ein paar Kisten sind zu packen, aber ich habe keine Lust mehr. Der Wecker hat heute zur normalen Weckzeit geklingelt und ich hatte keine Lust die Augen aufzuschlagen. Jede Kiste, die ich jetzt noch zu packen habe, wird angefüllt mit Erinnerungen. Lies den Rest des Artikels »
Tags: Amazonasdelta, Bilder, Erinnerung, Gerümpel, Kisten packen, Ort, Umzug
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