30. Juli 2010
Vor wenigen Tagen habe ich meine Empörung heraus geschrieben, Fragen aufgeworfen und um Antworten gebeten. Ihr hattet viel Geduld mit mir, viele Antworten kamen, neue Gesichtspunkte haben sich zu altbekannten Ansichten gesellt und nun weiß ich: Nicht die Antwort sondern die Frage war falsch.
Ausgehend vom Gedanken, dass die Fotografie heute immer mehr von Fälschungen lebt, war meine Empörung von meinem Standpunkt aus betrachtet wahrscheinlich richtig. Um das Ganze jedoch zu begreifen, muss man seinen Standpunkt verlassen und das Geschehen aus einer anderen Perspektive betrachten. Fotografen sollte dies nicht schwer fallen, weil es ihr tägliches Geschäft ist. Also habe ich Umschau gehalten. Es ist eine recht schwierige Angelegenheit, seine eigenen Erkenntnisse nicht aufzugeben und trotzdem neue Erkenntnisse hinzu zu nehmen. Gerade die moderne Fotografie zwingt dazu. Das ist auch gut so, weil darin der Fortschritt liegt. Jetzt habe ich die für mich wichtigen Gedanken zusammen gestellt. Hier meine Thesen:
Ein großer Teil des modernen Lebens besteht aus Bildern. Ein Bild ist ein Dokument und egal ob ein Dokument echt oder unecht ist, ist es richtig oder falsch.
Der Beweis für die Echtheit eines Dokumentes beinhaltet grundsätzlich den vorausgeschickten Zweifel an dessen Echtheit. Die Echtheit des Beweises ist nicht verbürgt, solange kein als echt erwiesenes Dokument den Beweis erbringt.
An jedem echten oder unechten Dokument hängt eine Geschichte, die Teil eines großen Ganzen darstellt, das Historie genannt wird. Wenn eine Kiste voller Dokumente ausgeleert und dazu der Sack den damit verbundenen Geschichten ausschüttet wird, wird Dokumentiertes lebendig.
Dokumentiertes ohne Geschichte ist leblos und somit sinnlos. Sinnloses ist nicht zwecklos, wenn es im passenden Umfeld gezeigt, diskutiert und aufbewahrt wird.
Hat jemand erwartet, dass ich ohne Bissigkeit zu neuen Erkenntnissen komme? Sicher nicht. Was auf den ersten Blick böse und polarisierend wirkt, bietet aber auch neue Freiheit. Erlaubt ist, was machbar ist. Dieses moderne Lebensmotto ist ein Kennzeichen unserer Modernität und gleichzeitig auch Ausdruck unserer Freiheit. Wir alle können stolz auf diese weitgehende Freiheit sein. Allerdings liegt es in der Verantwortung eines jeden Menschen, die Freiheit so zu gestalten, dass die Freiheit Anderer nicht eingeschränkt wird. Damit kann ich mich wieder gut und gerne in der Fotografie und ganz besonders im fotografischen Teil des Internet bewegen. All das sind meine persönlichen Erkenntnisse, die keinen Anspruch auf allumfassende Richtigkeit erheben.
Tags: Beweis, Bild, Dokument, echt, Fortschritt, Fotografie, modern, unecht
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26. Juli 2010
Vorgestern habe ich die Frage gestellt, warum so häufig digitale Bildwerke auf retro und analog getrimmt werden. Ich bitte um Antworten, was einzelne Fotografen dazu treibt, ein vollkommen digital erstelltes Bild am Ende als Analogbild auszugeben.
Nein, ich will nicht verurteilen … ich will nur verstehen …

Tags: analog, Bild, digital, Fotografie, Frage
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24. Juli 2010
Auf meinen Streifzügen durch das Internet stieß ich auf ein Paradox des perfekt umgesetzten Unperfektionismus. Da mich beruflich und privat die Sofortbild-Fotografie nicht mehr loslassen möchte, schaue ich natürlich auch die Werke von anderen Fotografen an. Teilweise bin ich erstaunt, was da alles zu sehen ist. Ich hätte es nie für Möglich gehalten, zu welchen gigantischen Leistungen Polaroid-Kameras in der Lage sind und wie gestochen scharf ein abgelaufener Polaroid-Film abbilden kann. Ganz ehrlich, heute wurde ich aufgeklärt … ich bin naiv. Weit über die Hälfte aller auf flickr & Co. gezeigten „echten“ Polaroids sollen digitale Fakes sein. Lies den Rest des Artikels »
Tags: Betrug, digital, Fälschung, Fotografie, Polaroid, Sofortbild
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22. Juli 2010
Eine Revolution auszurufen ist die eine Sache – die Inhalte der Revolution zu erklären, die andere. Ich habe die Revolution in der künstlerischen Fotografie angezettelt, nun muss ich auch Inhalte erklären. Ein Thema ist die Bewegung. Der Doppelsinn dieser Aussage ist kaum zu überbieten. Eine Revolution ist immer eine Bewegung. Wenn es um Fotografie geht, also die Kunst des stehenden Bildes, ist das Einfangen von Bewegung schon etwas schwieriger. Eine der schwierigsten Aufgaben für einen Fotografen ist nach wie vor die Realisierung von Bewegungen in einem statischen Bild. Sicher hat jeder Fotograf bereits aus Zufall ein Bild mit Bewegungsunschärfen eingefangen. Dies jedoch geplant als Bildstil zu praktizieren, ist schwieriger als man glauben mag. Jetzt verbindet sich wohl die Revolution mit der „kleinen Fotoschule“. Lies den Rest des Artikels »
Tags: Belichtung, Belichtungsmessung, Bewegungsunschärfe, Blende, Blitz, Fotografie, kleine Fotoschule, Planung, Revolution, Verschlusszeit
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21. Juli 2010
Kommune 1 und APO, freie Liebe und Provokation. Über 40 Jahre ist es her, dass revolutionäres Aufbegehren den Muff der bigotten Bürgerlichkeit jedem Winkel deutscher Wohnzimmergemütlichkeit vertreiben wollte. Rückblickend muss man sagen, dass dies recht gründlich geglückt ist. Selbst das Gutbürgertum gibt sich nicht mehr schockiert, wenn in einem Straßencafé ein Paar den bald folgenden Geschlechtsverkehr ungehemmt vorbereitet. Alles scheint offener zu sein, freier, weniger Zwängen unterworfen. Wie kommt es nun, dass die heutige Fotografie mehr Zwängen und Regeln unterworfen ist, als je zuvor? Hat die Betonierung einer neuen Moraldoktrin schon längst die künstlerische Fotografie zur Unbeweglichkeit verdammt? Die Revolution ist ausgerufen. Nun muss sich die Revolution selbst befreien. Es geht nicht um analoge oder digitale Fotografie und es geht auch nicht um Polaroid, Emulsionslift, Bildmanipulation oder sonstige Bearbeitungsmethoden. Es geht um Bildinhalt und Darstellung … nicht mehr, nicht weniger. Lies den Rest des Artikels »
Tags: APO, Bild, Fotograf, Fotografie, freie Liebe, Kommune 1, Kunst, Phantasie, Provokation, Revolution, Rollei R3, scharf
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19. Juli 2010
Ich rede von Revolution und will die künstlerische Fotografie revolutionieren. Am Wochenende hatte ich einige Gespräche, die mir zeigten wie wenig Verständnis in der Fotoriege für mein Anliegen herrscht. Es ist doch so bequem das heute Verfügbare anzuwenden, weil auch mit wenig Aufwand Aufsehen erregt werden kann. Die Mehrzahl der Fotografen strebt heute nur noch nach dem kurzen Erregen von Aufsehen. In unserer Gesellschaft geht es sowieso nur noch um das Erregen von Aufsehen. Alles gleicht der Proklamation einer Frau, die öffentlich bekennt, unter ihrem Rock nackt zu sein. Nicht das süße Geheimnis, sondern das platte Bekenntnis soll das Lebensgefühl steigern. Lies den Rest des Artikels »
Tags: Fotografie, Kunst, nackt unterm Rock, ohne Slip, Revolution
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18. Juli 2010
Vor einem Jahr und zwei Tagen schrieb ich einen Artikel, in dem ich das Wesen der Internet- und Blogwelt aufs Korn nahm. Es ist erstaunlich, wie zeitstabil dieser Artikel ist. Bis auf einen einzigen Satz stimmt er noch heute. Und der nicht mehr stimmige Satz bezog sich auf die bevorstehende Bundestagswahl. Wer weiß, vielleicht wäre es hellseherisch zu sagen, dass der alte Artikel noch heute zu 100% stimmt. Im Anbetracht des regierenden Kindergartens eine nicht ganz abwegige Vision. Lies den Rest des Artikels »
Tags: Blogwelt, Botschaft, Internet, Photoshop, Polaroid, Pril-Blumen, Revolution, Trick, Vergangenheit, Werbung, Zukunft
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16. Juli 2010
Die Revolution der künstlerischen Fotografie hat nichts mit den Revolutionen gemein, die blutige Spuren durch das Land ziehen. Vielmehr stehen wir in der Tradition der Pop-Art, Flowerpower und Woodstock. Über die freie Liebe können wir gerne reden, aber Blut und Tränen gehören nicht zu der Revolution, in die ich mich voll und ganz einbringen will. Die Revolution der Kunstfotografie tanzt!
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Tags: Bilder, Blut, Emulsionslift, Fotografie, Gewalt, Kunst, Kunstfotografie, Pola Art, PX 600, Revolution, Schönheit, Tanz
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14. Juli 2010
Die Menschheit neigt zu ultimativen Aussagen. Im Grunde ist es lächerlich, weil jedermann weiß und für sich in Anspruch nimmt, dass es nicht nur Schwarz und Weiß, sondern auch eine gigantische Palette an Grautönen gibt. Über Farbe mag ich jetzt gar nicht reden. Trotzdem sind ultimative Aussagen das, worauf sich gut ausruhen lässt. Außerdem ist es leicht, sich ohne Nachdenken an die Aussagemacht anzuhängen. So kann man nichts falsch machen! Die Fotografie ist das beste Beispiel und zudem ein Spiegel unserer Gesellschaft. Man wähle die Kamera A oder B, als Bearbeitungsfilter geht nur X, mit Einschränkungen auch Y, und fertig … ohne große Mühe und fast im Schlaf entstanden … ist das massentaugliche Jubelbild. Gefolgsleute der Masse schlaft weiter, ich bin aufgewacht und veranstalte die Revolution der fotografischen Kunst.

Unikat, 11×17 cm, 400 Euro. Lies den Rest des Artikels »
Tags: Bilder, Emulsionslift, Fotografie, impossible PX 600, Internet, Kunst, Revolution
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13. Juli 2010
Revolutionäre verfassen Manifeste, rufen zum Kampf auf, wolle Augen öffnen und möglichst umfassend alles zum Besseren wenden. Was das Bessere bedeutet und ob es tatsächlich besser ist, liegt in der Betrachtungsweise des Revolutionärs. In Zeiten der Unruhe sowie auch in Zeiten der Übersättigung entsteht die Ursuppe der Revolution. Zurzeit liegen Gesellschaftspolitisch beide Umstände vor. Politisch und weltwirtschaftlich befinden wir uns eindeutig in einer unruhigen Gesamtstimmung. Übersättigung ist gleichfalls allenthalben spürbar. Befinden wir uns an der Schwelle einer Revolution? Könnte man revolutionäre Verwerfungen in ähnlicher Weise messen, wie seismologische Datenerfassung auf drohende Erdbeben und Flutwellen hinweist, gäbe es ein Frühwarnsystem … jedoch genau dies fehlt. Gesellschaftsforscher verweisen auf Bildende Kunst, Literatur und Theater, wenn es um das frühzeitige Erkennen von revolutionären Tendenzen geht. Können wir die Fahne der Revolution am Horizont wehen sehen? Lies den Rest des Artikels »
Tags: Fotografie, Kunst, Künstler, Revolution
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