Rollei R3 – mein Lieblingsfilm


Seit 30 Jahren verarbeite ich professionell Schwarz-Weiß-Filme. Wenn ich das Wort „professionell“ benutze, dann bedeutet das für mich, dass ich mit dem größten Teil meiner Aufnahmen Geld verdienen will oder muss. Deshalb ist für mich Zuverlässigkeit und Kalkulierbarkeit der Filmreaktion immer und unbedingt erforderlich. Ausfälle kann ich mir nicht erlauben. Im Jahr verarbeite ich ca. 150 Kleinbild und ca. 100 Mittelformat-Filme in Schwarz-Weiß.

Welche Filme waren in der Vergangenheit meine Lieblingsfilme? Da meine Art der Fotografie in den meisten Fällen ohne Blitz oder große Lichtanlagen „funktionieren“ soll, fängt bei mir zumeist das fotografische Leben bei 400 ISO/ASA an. Bei Sportaufnahmen und Sonnenschein brauche ich natürlich auch einen Film, der bei 100 oder 200 ISO/ASA gute Ergebnisse liefert. Portrait-Aufnahmen mache ich gerne im Bereich von 25 oder 50 ISO/ASA. Aber gerade im letztgenannten Empfindlichkeitsbereich ist das professionelle Angebot in den letzten Jahren dünn geworden. So kam ich in der Vergangenheit nicht umhin, Filme zu pushen oder zu pullen.
In den 70er und 80er Jahren habe ich Ilford-Produkte verwendet. Danach habe ich mich in die Fuji-Produkte (Neopan) verliebt.
Seit ca. 10 Jahren arbeite ich zumeist hybrid (Aufnahme analog, Weiterverarbeitung digital).
Dann kam der Tag, exakt vor zwei Jahren, als die Spürsinn-Gruppe, für die ich die fototechnische Beratung und Produkttests übernehme, den Rollei R3 ins Programm aufnahm.
Zunächst las ich das Datenblatt und war begeistert. Noch nie hatte ich einen Film zur Verfügung, bei dem die Empfindlichkeitsspanne von 25 bis 6400 ISO/ASA reicht. Gerade diese Eigenschaften machten mich jedoch auch kritisch. Also kam der erste Film in der Empfindlichkeit 3200 zum Einsatz. Wenn ein Produkt schon mit überragenden Leistungen wirbt, dann muss es beweisen, ob es nur Werbe-Blabla ist, oder Realität. Kurzum, die ersten Versuche haben mich ernüchtert. In hohen ISO/ASA-Bereichen ist alles, nur keine Belichtungstoleranz verfügbar. Belichtung in den Schatten wird zur absoluten Pflichtübung. Der zweite Versuch mit 50 ISO/ASA ergab eine ähnliche Ernüchterung, weil der Fotograf auch hier in einem Bereich arbeitet, der große Sorgfalt mit dem Belichtungsmesser erfordert.

Bei der hybriden Verarbeitung kamen dann die nächsten Probleme auf. Die Negative zeigten sich außergewöhnlich dicht und irgendwie war meine Geduld schon fast am Ende. Zudem enttäuschte mich, dass die Negative deutliches Korn zeigten.
Ich mache es jetzt kurz. Nach ein paar Versuchsreihen (Hartnäckigkeit ist eine Tugend) bekam ich dann in allen Empfindlichkeitsstufen hervorragende Ergebnisse. Deshalb hier meine Empfehlungen zum sorgenfreien Arbeiten.

Negativentwicklung:
1. Der Film muss unbedingt min. 3 Minuten vorgewässert werden
2. Entwicklungstemperatur ca. 22 Grad Celsius
3. Unbedingt den Entwickler von Rollei verwenden
4. Die Entwickleremulsion nach Tabelle möglichst stark verdünnen (Erklärung siehe unten)
5. Den Fixierer unbedingt auf der gleichen Temperatur halten, wie die Entwicklerflüssigkeit
6. Den Fixierer möglichst stark nach Tabelle verdünnen (Erklärung siehe unten)

Hybride Verarbeitung:
a) Scan auf der höchstmöglichen, nicht interpolierenden Auflösung (ab 3200 dpi gute Ergebnisse) und keinesfalls Entfusselungssoftware oder automatisches Nachschärfen einsetzen
b) Scan im Farbmodus
c) Histogramm-Anpassung im Scanner kann Qualität erhöhen (manchmal)
d) In EBV folgende Reihenfolge anwenden: selektive Entsättigung (alle Farbwerte auf 0; Lab-Helligkeit bei Gelb und Rot einzeln regeln), Tonwertanpassung, Kontrast, Gradation

Zur Dokumentation der hybriden Verarbeitung habe ich zwei KB-Beispiele mit 4800 dpi Negativ-Scan und herunter gerechneten 150 dpi auf 900×600 pix beigefügt, die den Scan und das fertige Bild zeigen. Es wird deutlich, dass der Scan mehr Informationen trägt, als das bearbeitete Bild.

Bildbeispiel Bildbeispiel
Bildbeispiel Bildbeispiel

Eine Ausbelichtung in der Dunkelkammer wird einen großen Teil der Informationen erhalten. Ein Print aus der bearbeiteten Groß-Datei ist gleichfalls fast verlustfrei. Aber auf dem digitalen Weg gehen trotzdem einige Informationen verloren. Jedoch ist der R3 hierbei das gutmütigste Produkt, das ich kenne. Bei Filmen anderer Hersteller gehen deutlich mehr Informationen verloren. Hier zeigt sich die Optimierung des R3 für hybride Verarbeitung. Ich sehe nicht, dass dieses Verhalten ein Mangel des R3 ist. Zum Beweis müssen wir ganz kurz in die Theorie abtauchen.
Der Kontrast wird in Helligkeitsumfang gemessen.
Ein normales Gegenlichtmotiv hat einen Helligkeitsumfang von 1:500.
Normale Filme können einen Helligkeitsumfang von ca. 1:85 abbilden (der R3 liegt über 25% höher).
Die digitale Wiedergabe am Bildschirm liegt bei ca. 1:55 (abhängig von Grafikkarte und Bildschirmtechnik und hat NICHTS mit der Web-/Bildschirm-Auflösung in Pixel zu tun!).
Ausbelichtungen aus der Dunkelkammer entsprechen nahezu dem Helligkeitsumfang des Negativvolumens. Digitale Prints hängen von der Dateivorlage (Format-Eigenschaft und Größe) und der Print-Technik ab und liegen fast im Bereich der Dunkelkammer.

Besonderheiten in der Negativ-Entwicklung

Der R3 ist ein ganz spezieller Film, der sich in seinen spezifischen Ausdrucksweisen sehr variabel gestalten lässt.
Nennempfindlichkeit ist 400 ISO/ASA. Hier hat der Film die größte Belichtungstoleranz und zeigt ausgewogene Kontraste. Unterhalb der 400 ISO/ASA lässt die Schwärzungskurve langsam aber merklich nach. Deshalb stehen zwei unterschiedliche Entwickler zur Verfügung. Der Low-Speed und der High-Speed. Namen sind Schall und Rauch, weil weder der eine noch der andere Entwickler wirklich schnell arbeitet. Aber genau in der extrem langen Entwicklungszeit liegt eines der Geheimnisse.
Der Low-Speed erlaubt die Entwicklung von 25 bis 400 ISO/ASA.
Der High-Speed erlaubt die Entwicklung von 100 bis 6400 ISO/ASA.
Auf den ersten Blick macht eine so große Überschneidung der Empfindlichkeiten keinen Sinn. Erst wenn wir die Negative aus den unterschiedlichen Entwicklungen ansehen, werden wird an der Schwärzung erkennen, dass der Low-Speed „weicher“ arbeitet. Ich persönlich bevorzuge den High-Speed solange es geht.
Beim High-Speed können, je nach Empfindlichkeit, unterschiedliche Verdünnungsverhältnisse gewählt werden. Ich empfehle, immer die größtmögliche Verdünnung zu wählen. Auch wenn sich die Entwicklungszeit dadurch erheblich verlängert, erhalte ich so die besseren Negative. Der R3 ist eben kein Film für die Eiligen. So ergeben sich beim High-Speed bei 100 ISO/ASA, einer Verdünnung von 1+15 und einer Entwicklungszeit von 21 Minuten sehr kontraststarke Negative. 800 ISO/ASA benötigen bei einer Verdünnung von 1+9 eine Entwicklungszeit von 20 Minuten und das Ergebnis ist sogar „feiner“, als bei 400er Wettbewerbsprodukten. Klingt paradox, aber ich habe schon oft mit anderen Fotografen das Spiel „erkenne die ISO“ gespielt und zumeist lagen sie total daneben. Lange Entwicklungszeit zahlt sich aus.

Noch eine Besonderheit ist die Möglichkeit der Kornbeeinflussung. Der R3 lässt es zu, dass durch die Art der Entwicklung ein spezielles Korn „produziert“ wird. Den Herren aus dem Hause Rollei/Maco mögen sich an dieser Stelle die Fußnägel aufrollen, aber für einen Berufsfotografen ist es manchmal wichtig, einen gewissen Bildausdruck durch Korn zu erzeugen.
Runzelkorn ist sehr schön zu erzeugen, wenn der Entwickler wärmer ist, als der Fixierer.
„Echtes“ Korn lässt sich durch eine „kalte“ Entwicklung erzeugen (z.B. bei 18 Grad Celsius oder tiefer), wobei Entwickler, Zwischenwasser und Fixierer dann die gleiche Temperatur haben müssen.
Kornreduzierung erreicht man durch „zu warme“ Entwicklung. Ich nutze oft 25 Grad Celsius, wenn ich mit historischen Kameras fotografiere.
Kontrastverstärkung erreicht man, wenn Zwischenwässerung und Fixierung mit erheblich höherer Temperatur erfolgen, als die Entwicklung. Aber Vorsicht und Probieren ist hier angesagt! Ohne eigene Testreihen wird es nicht funktionieren, weil diese Vorgehensweise schon einer Vergewaltigung des Films nahe kommt. Aber gute Analogfotografen haben in dieser Richtung eine lange Tradition.

Bildbeispiel Beispiel 800 ISO
Bildbeispiel Beispiel 3200 ISO
Bildbeispiel Beispiel 6400 ISO

An dieser Stelle wird wohl klar, warum ich nur so wenige Beispielbilder diesem Bericht beifüge. Der R3 ist ein Film, bei dem es keine Grenzen der Kreativität gibt. An zwei Terminen im Jahr führe ich sogar 2tägige Workshops durch, die sich mit den unterschiedlichen Negativ-Möglichkeiten des R3 befassen. Ein Spezialgebiet ist dann noch die Möglichkeit der Positiv-Entwicklung (den R3 zum Dia zu machen). Aber damit möchte ich an dieser Stelle jetzt nicht langweilen, weil dann ein ganzes Buch entstehen würde.

Der R3 und historische Kameras

Einen großen Teil meiner Aufträge, besonders in der Menschen- und Portrait-Fotografie, führe ich mit historischen Kameras durch. Ein Teil meines Arsenals ist auf meinem Blog mit Beispielbildern zu sehen.
In der Vergangenheit haben mich die modernen Filme in Kombination mit den alten Kameras fast zum Wahnsinn getrieben. Mit dem R3 wurde es jedoch zur reinen Lust. Mit einer abgestimmten Negativentwicklung (siehe Besonderheiten der Negativentwicklung) kann ich zu jeder Kamera ein „stilecht historisches“ Bild erzeugen. Spannend wird es übrigens, wenn eine Kamera von 1930 urplötzlich mit 800 ISO/ASA „umgehen“ soll. Aber der Versuch lohnt auf jeden Fall. Ich habe auf diese Weise bereits Bilder nachgestellt, die von Prospekt-Bildern der 30er Jahre nicht mehr zu unterscheiden sind. Der Film macht es mit … es muss nur die richtige Kamera/Optik zur Verfügung stehen. Es ist und bleibt ein vollkommener Unsinn, Bilder, die mit modernen Optiken gemacht wurden, durch Filmbehandlung auf Antik zu trimmen. Der R3-Fotograf lernt sehr schnell, dass sich der Film im Zusammenspiel mit der Optik absolut neutral verhält. Dieses Verhalten zeichnet den R3 aus, weil er sich auf die Spektralaufspreizung der Optik „konzentriert“, die ihm „angeboten“ wird. Nicht mehr und nicht weniger.

Spezialgebiet – hohe Empfindlichkeit bei Landschaftsaufnahmen

Jetzt wird es richtig spannend! Unser Auge kann nur einen begrenzten Teil des langwelligen Lichtes auswerten. Da der R3 eine Empfindlichkeit von 730 nm hat (ab 700 nm beginnt Infrarot) erhalten wir ab 800 ISO/ASA bei Aufnahmen vor Sonnenaufgang oder in fortgeschrittener Abenddämmerung ein Mehr an sichtbaren Helligkeitsinformationen. Hier unterstützt der R3 den Fotografen recht gnadenlos im Bemühen um einmalige Bilder. So mancher EBV-Künstler der digitalen Fraktion wird sich hier noch lange die Finger bei Nachahmungsversuchen brechen. Der Hinweis im R3-Datenblatt, dass IR-Empfindlichkeit nur mit Schwarzfilter zu erreichen ist, erscheint mir eher als Sicherheitsreißleine des Herstellers, damit kein Fotograf glaubt, dass der R3 ein echter IR-Film ist. Klar, ein IR-Film ist er nicht! Aber in hohen Empfindlichkeiten und schwachen Lichtsituationen wertet der Film tatsächlich das langwellige Licht aus.

Spezialgebiet – Street und Situationen mit hoher Empfindlichkeit

Was gibt es für einen Available Light Fotografen schöneres, als die unbemerkte Fotografie in dunklen Räumen? Der R3 ist da der absolute Meister im Ring. Schwächen in der Abbildung sind da nur auf die übrige Ausrüstung zurück zu führen. Belichtung in den Schatten ist Pflicht. Graukarte, Spot-Belichtungsmesser oder eine gute Spotmessung in der Kamera sind durch nichts zu ersetzen.
Recht oft habe ich von Fotografen das Klagelied vernehmen müssen, dass die Bilder in schwach beleuchteten Räumen unscharf werden. Auf meine Rückfrage musste ich dann feststellen, dass mit Autofokus fotografiert wurde. Tja, das ist dann ein Problem. Über Autofokus muß man wissen, dass dieser von einem gewissen Bereich des langwelligen Lichtes befreit wird, da ab ca. 700 nm die altbekannte IR-Verlängerung einsetzt. Der Film macht das alles mit! Nur die restlichen Komponenten strecken da die Waffen. Bei der Dunkelfotografie ist manuelle Fokussierung eben immer noch die beste Methode. Hier empfehle ich grundsätzlich einen Blick in das Datenblatt der Kamera. Absolute Spitzenprodukte gehen im Autofokus bis zu 695 nm. Aber diese Systeme sind wirklich nicht sehr verbreitet.
Bei Belichtungssituationen im Grenzbereich muß sich der R3-Fotograf keine all zu großen Sorgen um die Lichthofbildung der Spitzenlichter machen. Der R3 ist mit einer außergewöhnlich dicken Lichthofschutzschicht ausgestattet (siehe auch Vorwässerung bei der Negativentwicklung). Kerzen in ansonsten dunklen Räumen sind wirklich als Kerzen zu erkennen und nicht nur als helle Flecken. Der Grauverlauf der Umgebung erscheint immer sehr natürlich und nachvollziehbar. Mehr Sorgen muß sich der Fotograf da um die Vergütung seines Objektivs machen. Auch hier wieder: was die Optik nicht kann, wird durch den Film auch nicht korrigiert!

Planfilm, Mittelformat und Kleinbild

Der R3 ist zum Glück in (fast) allen möglichen Konfektionierungen zu. Wer aber glaubt, Erfahrungen von einem Format auf ein anderes Format übertragen zu können, wird gewaltig staunen. Der R3 zeichnet sich dadurch aus, dass keine Lichtgleichmacherei unterstützt wird. Je größer das Negativ-Format ist, umso mehr Raum wird für natürliche Beleuchtungsschwerpunkte gegeben. Besonders bei Portrait-Aufnahmen im Mittelformat können problemlos Aufnahmen von tiefem Schwarz bis zu hellsten Grau-Tönen (selbstverständlich bis ins reine Weiß hinein) gestaltet werden. Die Detail-Tiefe ist dabei einfach berauschend (Vorsicht! Hier liegt eine Suchtgefahr für Perfektionisten!).

Hervorragender Film und mangelhafte Optik?

Nun kommen wir zu einem Problemgebiet. Der R3 zeichnet sich durch 100 Linien/Millimeter aus. Da das menschliche Auge auf 8 Linien/Millimeter „optimiert“ ist, lässt sich leicht das Maximum der verlustfreien Vergrößerung errechnen. Bei Spürsinn haben wir übrigens im Labor eine Dichte von 110 Linien/Millimeter gemessen. Hier scheint Rollei/Maco ein wenig tief zu stapeln. Im Grunde ist das aber egal. Optiken mit hervorragendem Auflösungsvermögen ergeben mit dem R3 unvergleichliche Detailabbildung, weil hohe Liniendichte und hohe Optikauflösung hervorragend harmonieren.
Aber was bedeutet das nun, wenn Objektive mit niedriger Qualität eingesetzt werden? Macht das Ganze dann noch Sinn?
Gleich vorweg: wer als Lomograf den R3 einsetzt, der bekommt ein ganz eigenes Lomo-Gefühl. Die Abbildung der einfachen, unreinen Kunststoff-Meniske wird sozusagen „automatisch“ durch den Film nachgeschärft. Aber dieses Phänomen treffen wir, wenn nicht unbedingt so ausgeprägt, bei allen Niedrigqualitätsoptiken. Die Lösung des Rätsels liegt in der geringeren Spektralaufspaltung, die beim R3 zu einer härteren Kontrastschwärzung führt. Kontrast interpretiert unser Auge als Schärfe. Gerade dieser Effekt bietet vollkommen neue Gestaltungsmöglichkeiten, die ich bisher noch bei keinem anderen Film gefunden habe. Der R3 lässt eben keinen Fotografen im Regen stehen.

Regen, ein weiteres Thema. Durch die hohe Linienanzahl und die Möglichkeit der dichten Lichtauswertung können z.B. Wassertropfen auch bei mittleren Verschlusszeiten noch hervorragend dargestellt werden. Gegenlicht hilft natürlich immer … aber das ist alte Fotografenweisheit und nicht Verdienst des Films.

Wer blitzt hat Angst

Selbstverständlich kann der R3 auch mit Blitz eingesetzt werden. Aber wo liegen die Vorteile? Wer seine Kamera beherrscht, gut mit dem Belichtungsmesser umgehen kann und keine Angst vor dümmlichen Kommentaren anderer Fotografen hat, der wird mit dem R3 schnell lernen, dass es an (fast) keinem Ort zu dunkel ist.

Durchhalten ist wichtig!

Ich betreue eine ganze Reihe von Berufsfotografen und immer habe ich feststellen müssen, dass die ersten Gehversuche mit dem R3 ein Reinfall waren. Der Film ist kompromisslos. Man muss sich erst an ihn gewöhnen. Aber dann eröffnen sich fotografische Spielräume, die bisher verschlossen waren.

Noch bin ich nicht wunschlos glücklich

Für die Zukunft wünsche ich mir noch eine 220-Konfektionierung, weil bei zügiger Mittelformat-Fotografie sehr schnell das Ende des 120-Films erreicht ist und selbst schnelles Austauschen der Filmkassette den Arbeitsfluss unterbricht.

Für die Freunde der historischen Kamera wünsche ich mir noch eine 127er Konfektionierung.

Perfektion ist immer eine Sache des Anspruchs. Ich habe in meiner Fotografenlehre noch die chemischen Helferlein kennen gelernt, mit denen man Negative verstärken oder abschwächen konnte. Ich habe es versucht, aber mit dem R3 funktioniert das nicht. Sicher gäbe es hier die eine oder andere Möglichkeit das Chemie-Angebot zu erweitern. Der R3 birgt gewisse Sucht-Potentiale und ernsthafte Fotografen streben immer nach dem Optimum. Ich denke, hier liegen noch Entwicklungspotentiale –wenn auch nicht für den Massenmarkt. Aber der R3 ist sowieso kein Massenprodukt, sondern das optimale Produktionsmaterial für Perfektionisten.

Zum Abschluss

Die beigefügten Bilder habe ich nicht nach Schönheit des Motivs ausgesucht, sondern nach Abbildungsschwierigkeit und Kontrastumfang. Mich persönlich nervt es immer, wenn in Prospekten die wundervollsten Beweisbilder zu sehen sind, die jedoch in sich keine Schwierigkeiten oder Herausforderungen für den Fotografen tragen.

PS: es gibt auch die Möglichkeit einen R3 bei 200 oder 400 ISO/ASA beim Fotohändler abzugeben und in D76 entwickeln zu lassen. Das habe ich auch einmal gemacht. Ok, kein Lob, kein Tadel. Aber wofür soll das gut sein? Ich kaufe ja auch keinen Porsche und lasse einen 110 PS Diesel einbauen.

Da kann man den Film kaufen: Spürsinn-Gruppe

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7 Antworten zu “Rollei R3 – mein Lieblingsfilm”

  1. ka-el Sagt:

    Eine kleine Ergaenzung kann ich mir jetzt nicht verkneifen! ;-)

    Zur vollen Entfaltung der Moeglichkeiten des R3, ist jedem Film ein Tropfen Herzblut hinbeizufuegen!

    Aber vielleicht bin ich ja nur ein armer Poet, denn wer entwickelt schon Filme mit Herzblut!?

    Gruss
    kael

  2. aebby Sagt:

    @ka-el … Herzblut ist gut :)

    @Michael … super, die Info mit den Temperaturen ist klasse, die haben mir noch gefehlt. Mit den paar Filmen, die ich belichte sammeln sich die Erfahrungen nur langsam an.

  3. Michael K. Trout» Blogarchiv » Tricks und Tipps für Lomografen Sagt:

    [...] haben, muss das Filmmaterial die notwenige Flexibilität mitbringen. Ich bevorzuge den Rollei R3, der einen gewaltigen Spielraum bietet. Eine Spezialität in dieser Beziehung dürften die [...]

  4. Michael K. Trout» Blogarchiv » Super oder nur panchromatisch? Sagt:

    [...] haben jedoch nur sehr wenige Aufnahmemedien. Mein Lieblingsmedium ist hierbei ein Film, der Rollei R3. Neben einigen ganz besonderen Eigenschaften, die jetzt keine Rolle spielen sollen, habe ich mit [...]

  5. Michael K. Trout» Blogarchiv » Ich will Eure Hände sehn! Sagt:

    [...] meinen Lieblingsfilm, den Rollei R3, in das kleine Schmuckstück einlegen und hinaus in die Welt ziehen, war die Maxime dieses späten [...]

  6. Michael K. Trout» Blogarchiv » Fotografische Nachdenklichkeit im Schlaraffenland Sagt:

    [...] besonderer Film hat einen noch recht jungen Teil meiner Fotografie mehr als nachhaltig geprägt. Es ist der Rollei R3, in den ich mich vor ein paar Jahren verliebt habe und dessen Lebenszyklus sich nun dem Ende [...]

  7. Michael K. Trout» Blogarchiv » U wie Uaaaah Sagt:

    [...] losgeht? Bisher hatte ich damit nur mäßig gute Bilder gemacht. Störend war immer das Korn meines Lieblingsfilms R3 und andere Filme mit weniger Korn haben zu wenig Durchzeichnung gebracht. Bunt wäre ein Ausweg [...]

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