Wie funktioniert der Kunstmarkt?
Der Kunstmarkt funktioniert gar nicht!
Die immerwährende Frage ist: Was ist Kunst, was ist Kitsch, was ist Volksverdummung?
Genau in dieser komplexen Frage ist die Antwort auf das Funktionsprinzip des Kunstmarktes zu finden. Definitionen gibt es haufenweise und keine ist allgemeingültig. Andy Warhol sagte einmal sinngemäß: Geld zu machen ist Kunst.
Sammler bestimmen was Kunst ist. Nun ist der Begriff des Sammlers außergewöhnlich weit gefasst. Auch hier wird es niemals eine allgemeingültige Definition geben. Wenn nun schon die Begriffe „Sammler“ und „Kunst“ nicht eindeutig sind, wird auch der Begriff des „Kunstmarktes“ nicht fassbar. Trotzdem bildet sich ein Wirtschaftsraum, in dem Waren gekauft und verkauft werden und dessen Waren als Kunst zu bezeichnet werden. Zunächst haben diese Waren keinen Marktwert. Der Wert bildet sich durch die Begehrlichkeit des Käufers. Nun könnte man sagen, dass dies einem türkischen Basar gleicht, bei Preis so weit hoch getrieben wird, bis die Schmerzgrenze der potentiellen Käufer einsetzt. Aber genau das funktioniert auf dem Markt der Kunst nicht.
Der Wert der Kunst bildet sich im Moment des Kaufs. Danach tritt weder ein Wertanstieg, noch ein Wertverfall ein. Investitionen in Kunstobjekte werden in der Regel aus unterschiedlichen Motivationen heraus getätigt. Unikate haben die höchsten Preise, finden jedoch auch weniger Käufer. Duplikationsfähige Kunstwerke haben einen erheblich geringeren Preis, bereits mehrfach duplizierte Kunstwerke haben im Grunde nur noch den Materialwert des Duplikates.
Ohne Duplikatkunst verkauft sich auch keine Unikatkunst. Eine provozierende These.
Insbesondere die Fotografie leidet darunter und hat deutlich mehr Vorteile daraus, als jede andere Kunstform der Bildenden Künste. In der Wertfindung liegt die Fotografie dicht an der Malerei … eine erstaunliche Tatsache, da sich die Fotografen vor fast 100 Jahren mit allen Kräften um die Befreiung von der Malerei bemühte. Nun kann jeder Fotograf seine Werke in mehreren Ausarbeitungen anbieten. Nahezu alle Ausarbeitungen können zumindest als rudimentärer Auszug auch veröffentlicht, ausgestellt und beworben werden. Hierbei ist die digitale Verbreitung ein förderliches Medium. Trotzdem muss es DAS Unikat oder DIE limitierte Serie geben. Erfolgreiche Künstler verstehen sich darauf, diese unterschiedlichen Wege erfolgreich in Kombination einzusetzen. Dies ist letztendlich EIN Indikator für die Wertfestsetzung von Kunstwerken.
Oft wird vermutet, dass jeder Künstler ein angemessenes Präsentationsforum benötigt. Hierauf möchte ich nicht weiter eingehen. Die Ausprägungen wären zu vielfältig und nicht zu jedem Künstler passend. Deutlich mehr Aufmerksamkeit gebührt den unterschiedlichen Ausarbeitungen. Hier ist die Fotografie uneinholbar. Keine andere Kunstform kann sich einer breiteren Ausarbeitungspalette bedienen. Jedoch ist Erfindungsreichtum und das Fachwissen des Künstlers gefragt und wichtigste Voraussetzung. Um sich in dieser Beziehung nicht am Interesse von Sammlern, also Käufern, vorbei zu bewegen, ist Feingefühl notwendig. Können zum Beispiel in der Malerei krasse Farb- und Formenspiele und gigantische Formate das Herz der Sammler gewinnen, kann in der Fotografie das kleine Format, der sensible und feingliedrige Bildaufbau, der feinsinnige Bildinhalt die Begehrlichkeit fördern. Andererseits, je nach Motiv, können es auch große bis sehr große Formate sein, die dem Sammler gelegen kommen. Hier hat natürlich die Fotografie den unschlagbaren Vorteil, dass sich der Fotograf bei der Werkerstellung nicht um das Endformat kümmern muss, sondern erst bei der Werkausarbeitung diese Frage beantwortet werden muss.
Nach all diesen Erläuterungen ist aber noch nicht die entscheidende Frage geklärt, wie der Kunstmarkt funktioniert. Ich denke, angesichts der ganzen Einflussfaktoren wurde aber deutlich, dass es den Kunstmarkt für die Fotografie nicht gibt. Eines ist jedoch sicher … die künstlerische Fotografie hat einen Wert und dieser lässt sich auch umsetzen. Und was ist nun Kunst, was ist Kitsch? Das ist wohl Geschmacksache und darüber lässt sich nicht streiten.
Tags: Ausarbeitung, Format, Fotografie, Kitsch, Kunst, Künstler, Kunstmarkt, Preis, Sammler, Wert, Wert Fotografie, Wert Kunstfotografie
07. Januar 2010 at 19:30
Kitsch ist Kunst die sich gut verkauft, kleine Blödelei am Rande. Roy Lichtenstein in der Chefetage einer Bank? Kitsch. Andy Warhol Poster in der WG Küche? Klischee. Alpenpanorama in der DAV Hütte? OMG. Aber die Leute lieben es!
08. Januar 2010 at 17:23
kitsch muss sein … obwohl er mir persönlich schnell zum hals raushängt.
mein problem mit der kunst ist deren wertigkeit (ich sage bewusst nicht deren preis) festzumachen. ich wurde oft gefragt, was das foto kostet … und kann darauf keine antwort geben. mir fehlt das gefühl dafür … ich kann lediglich die materialkosten ermitteln.
21. April 2010 at 09:31
[...] als Überbegriff fungierenden Ausdruck in der Tiefe ergründen können. Eindeutig klar ist jedoch, wie der Kunstmarkt funktioniert. Es geht um Angebot und Nachfrage. In der speziellen Nische „Fotokunst“ mag zunächst eine [...]