Bereits geschenkt zu teuer?
Ganz im Zeichen der New Media und Social Networks macht sich seit einigen Tagen der Franzis Verlag, Poing, auf den Weg, ein Lehrbuch über die Fotografie als E-Book in die Welt zu tragen. Blogger werden aufgerufen, dieses … nach Pressetext … umwälzende Buch zu bewerben. Hier einige Zitate aus dem Pressetext:
Das Profibuch „Digitale Fotoschule – Basiswissen“ vermittelt auf über 160 Seiten eine leichte Grundlagenvermittlung für den ambitionierten Fotografen.
Sie wollen mit Ihrer Digitalkamera mehr als nur knipsen? Dann sind Sie hier genau richtig. Sie haben 160 Seiten voll mit handfesten Informationen zu zwölf klassischen Themen der Fotografie vor sich liegen.
Der Autor, Christian Haasz, scheint mit einer beeindruckenden Vita in den Ring zu steigen. Hier der Originalauszug der Vita:
Jahrgang 1967, arbeitete nach dem Studium bis 1999 als Redakteur, Chef vom Dienst und stellvertretender Chefredakteur für ein Computermagazin in Augsburg. Seit 199 [Anmerkung: vor oder nach Christi?] ist er selbstständiger Medienschaffender. Digitale Fotos macht Christian Haasz seit Ende der 90er, und er setzte dabei von Anfang an konsequent auf die Möglichkeiten, die der Computer dem Digitalfotografen bietet. Der eingefleischte Canon-Profi hat mehrere Fachbücher zum Thema Digitalfotografie und Photoshop geschrieben und publiziert sein über Jahre erworbenes Wissen in verschiedenen Fachmagazinen, seinen eigenen Webseiten, für den Franzis Verlag und data-Becker. Die Fotos von Christian Haasz werden regelmässig in der Tagespresse wie der neuen passauer Presse veröffentlicht. Mit seinem eigenen Fotostudio entstehen für Kunden nicht nur Portrait, Akt- und Kinderfotographien, sondern werden auch Landschafts, Architektur- und Tierbilder nachbearbeitet.
Bis zum 31. März 2010 kann das E-Book über einen Geschenkgutschein kostenfrei heruntergeladen werden. Ich habe nun das vorliegende Werk auf Herz und Nieren geprüft, gelesen und gebe hier meine persönliche Meinung zum Wert des E-Books wieder. Am Ende meiner Rezension werde ich den entsprechenden Link und Code angeben.
Schon der Anblick des Covers lässt Herzen höher schlagen. Das Bild kenne ich doch. Leica-Magazin. Kodak Ektachrom. Große Naturfotografie. Bereits der zweite Absatz der des E-Book holt mich in die Realität zurück. Ich muss mich irren. Da wird doch tatsächlich die Kunde zu Markte getragen, dass Digitalkameras den Analogen weit überlegen sind. Ein derart überzeugter Autor würde es niemals dulden, auf ein minderwertiges Machwerk der analogen Riege zurück zu greifen. Bei genauerem Hinsehen muss ich allerdings konstatieren, dass mir tatsächlich die Tiefen und Farbenpracht des Ektachrom fehlen. Zwar habe ich persönlich diesen Dia-Film immer ein wenig gehasst, weil man als Fotograf für Print-Medien einfach keine andere Wahl hatte und an dem Film nicht vorbei kam. Mein innerer Freiheitsdrang fühlte sich durch diese Vorgabe immer beschnitten, obwohl ich ja zugeben muss, dass diesem Filmmaterial bisher nichts das Wasser reichen kann. Nun ja, somit schreibt der Autor wohl eher aus Zufall eine wahre Passage: „Mit einer analogen Kamera haben Sie sich beim Einlegen des Films … festgelegt“. Aber dann gefriert mir das Blut in den Adern: „Die Anzahl der Fotos, die auf eine Speicherkarte passen, kann je nach Kartengröße enorm sein. Bei einer angenommenen Bilddateigröße von 3 MB (Megabyte) – ein realistischer Wert, wenn die Kameraeinstellung für die Bildqualität auf „hoch“ steht – passen auf eine Speicherkarte mit einer Kapazität von 512 MB rund 170 Fotos. Mittlerweile gibt es sogar Speicherkarten mit bis zu 4 GB (Gigabyte). So eine Karte hätte unter oben genannten Bedingungen Platz für rund 1300 (!) Bilder.“ Ab diesem Absatz wird also klar, dass dieses E-Book eine Spätveröffentlichung eines Textes ist, der in der Frühzeit der Digitalfotografie verfasst wurde. Untermauert wird dies durch ein Beispielbild, dass die ISO-Flexibilität der Digitalkamera lobt aber qualitativ hinter dem Gros der heute verwendeten Foto-Handys zurücksteht.
Verdrehte Welt. Martin Gommel verkündet seit geraumer Zeit, dass der permanente Blick auf das Display der Digitalkamera die Fotografie in eine Sackgasse führt. Der Autor des E-Books ruft jedoch zur permanenten Nutzung des Displays auf. Ich bin verwirrt. Können sich die Heroen der Pixelpics vielleicht einmal einigen? Gut wäre es auf jeden Fall, weil sich dieses „Lehrbuch“ an erfahrene Fotografen und an Neustarter richtet. Oder werden da gerade neue Gräben für einen Schützengrabenkampf im digitalen Lager ausgehoben? Passend wäre es, da man in Fotografenkreisen gerne von Shooting redet. Beim Lesen des nachfolgenden Textes kann man ruhig diesen Gedanken ausgiebig nachhängen, da der Autor sich in Beweisführungen Digital versus Analog ergeht, deren Grundlagen schon mindestens seit zwei Jahre im historischen Museum der Fotografie lagern.
Wer seinen Gedanken während des Lesens nachhängt, wird spätestens im Kapitel „Sinnvolle Aufnahmeparameter“ wach. Ganz ehrlich … wenn ich mich vor jedem Bild erst ellenlang durch Voreinstellungen wühlen muss, ist die Fotosituation bereits in der Historie versickert, bevor ich das Bild geschossen habe. Sinnvolle Erkenntnis beim Einsatz einer Digitalkamera: Üben, üben, üben. Beim Bund haben wir auch mit einem Sack über dem Kopf das Zerlegen und Zusammensetzen der Waffen so lange geübt, bis wir es im Schlaf konnten. Wer demnächst einen Menschen mit einem Sack über dem Kopf und Kamera in der Hand auf der Straße trifft, kann davon ausgehen, dass dieser das Lehrbuch von Christian Haasz gelesen hat.
Weißabgleich, Bildrauschen und ein weiteres Beispielbild auf ISO 1600 verunsichern eher, als dass sie förderlich wirken. Nun denn, vielleicht ist das Buch doch eine Heckenschützenaktion, um die analoge Fotografie zu fördern. Wie gesagt, Fotografen reden gerne von Shooting. Interessant wird es im Kapitel “Schärfentiefe”. Frei von jeglichem Sachverstand stellt der Autor Thesen auf, die derart entkernt von jeglichem Fachwissen sind, dass sich in Zukunft die Autoren von allerlei Fotografie-Blogs die Finger wund schreiben können, um die verkündeten Dümmlichkeiten wieder einigermaßen richtig zu stellen. Ich gebe zu, mein Interesse wurde erst wieder im Kapitel „Goldener Schnitt“ geweckt. Sollte da vielleicht einfach und eingängig das erklärt werden, was selbst Profis immer wieder schwer fällt? Der Autor gibt eine umfassende Einleitung in 101 Worten. Alle Achtung! Wer es wirklich begreifen will, sollte eher auf Bücher von Croy oder Windisch zurückgreifen. Aber das geht ja nicht, weil diese Knaben vor über 50 Jahren noch analog fotografiert haben und nach der Ansicht von Haasz sicher der güldene Schnitt auch digital neu definiert wurde. Den Beweis tritt er auch sogleich selbst an, indem er eine semimathematische Ableitung dessen einfügt, was er sprachlich nicht begreifbar machen kann. Ganz nach dem alten Motto „und für wen es sonst nicht reicht, bildergucken fällt ihm leicht“ wird das Präsentationsgesetz §3 angewendet: Wenn Du nicht überzeugen kannst, verwirre wenigstens.
Gitternetzfunktion zur Bildgestaltung einsetzen. Eine umwälzende Neuigkeit? Mein Interesse ist wieder geweckt, lässt jedoch sofort wieder nach. Das, was dort beschrieben wird, ist in der Fotografie bereist seit fast 100 Jahren bekannt und in Verwendung. Weder Digital- noch Analogkameras bieten diese Funktion flächendeckend an … was von Haasz ganz umsichtig verschwiegen wird … und ist auch nicht für jeden Bildgestalter nutzbar. Aber egal, wer ein Buch füllen muss, verschwendet auch gerne mal Buchstaben. Spätestens hier wünscht man sich, dass sich Text wie Gas verhält. Schließlich füllt Gas auch in geringer Konzentration jeden Raum.
Es soll hier keinesfalls der Eindruck entstehen, dass der gesamte Buchinhalt sinn- und nutzlos ist. Einiges wird erläutert, was fotointeressierten Menschen helfen kann. Etliche Passagen erinnern mich jedoch an gekürzte Texte von Feininger, der als genialer Fotograf und Verwirrung stiftender Lehrbuchschreiber in die Fotogeschichte einging. Ich bin nicht sicher, ob ein Konzentrat hilfreich ist. Interessant ist auch der beständige Stilwechsel von Haasz, der einmal Konzentrat und an anderer Stelle „viel Soße, wenig Fleisch“ auf den Tisch des Hauses bringt. Wer bis jetzt durchgehalten hat, sollte vorsichtshalber bei der Passage „Führungslinien“ ein Kissen auf die Oberschenkel legen, weil er sich ansonsten vor Lachen auf die Schenkel klopfend eine Menge blaue Flecken einhandelt. Wird doch tatsächlich erwähnt, dass Führungslinien die bildliche Orientierung erleichtern, lassen die beigefügten Beispielbilder das gute Ansinnen in hoffnungslose Nullaussage versinken.
Beispielbilder sind der grundsätzliche Schwachpunkt des Lehrbuches. Schon früh musste ich in der Fotografie erlernen, dass der Fotograf, der nach allen Seiten offen ist, nicht ganz dicht sein kann. Haasz nimmt für sich in Anspruch, alle Sujets in gleichem Maß zu beherrschen und untermauert die Dichtigkeitsthese ohne Scham. Beachtlich ist aus meiner Sicht im Kontext, wie durchgängig der Text ohne Selbstreflektion das Dargebotene als Maßstab des Richtigen herausstreicht und dabei all zu oft den Beweis schuldig bleibt. Als weitere Durchgängigkeit sind Dämonen zu lokalisieren, die den Autor offensichtlich verfolgen. So thematisiert er häufig den Verwacklungsdämon, verpasst jedoch stets die Gelegenheit, über Ratschläge von altbekannten Plattheiten wie hoher ISO, Blitz und Stativ hinauszukommen. Stattdessen wird Schärfe mehrmals zum Maxim erhoben und wiederum nur gelegentlich bewiesen. Ein Rettungsanker findet sich dann doch in Form des Bildstabilisators und kann als erster Beweis (auf Seite 51) für moderne Digitalkameratechnik gelten. Nun denn, nicht alles in der Fotografie kann modern sein, weil seit über 100 Jahren Spitzentechnologie gefertigt wird. Oh, Entschuldigung, im Sinne des Autors dürfte ich nur erwähnen, dass ausschließlich die letzten 10 Jahre würdig die Bezeichnung Fotografie tragen dürften. Ab Seite 52 mag ich einfach nicht mehr, weil ich bessere Bilder aus der Agfa Box kenne und von authentischeren Makro-Bildern weiß, die mit einer EXA Ib gemacht wurden.
Ab jetzt können wir die Buchbesprechung kurz machen. Auf Seite 53 prangt die Überschrift „Wenn der Autofokus zum Problem wird“ und im Absatz „Perfekte Kinderfotos“ wird „Vollautomatik vs. manuelle Einstellung“ diskutiert. Ja, es werden sogar „Strategien für gelungene Aufnahmen“ zum Besten gegeben, die allesamt ein liebloser Streifzug durch Fotografenweisheiten darstellen, die wesentlich fundierter an manchem Stammtisch in ortsansässigen Fotoclubs neben Bier und Korn geboten werden. Spätestens wenn sich Haasz dem Thema Licht zuwendet, müssen Leser tapfer sein. Es mag dem Basisgedanken des Unbedarften entsprechen, dass Licht eben Licht ist und im Notfall Lampen und Blitz zu Verfügung stehen. Schade, da bereits der schulische Physikunterricht in der Mittelstufe mehr Informationen liefert. Auf Seite 99 habe ich dann endgültig mein Studium beendet, weil hier Einblicke in die Wunderwelt der Optik das Höchstmaß an Verwunderung auslösen. Zudem zeigt sich just in diesem Moment ein weiterer Wunderpunkt, weil das E-Book offensichtlich schlampig zusammengestellt wurde. So zeigt der Reader die Seitenzahl 99 an und auf dem digitalisierten Papier prangt die Seitenzahl 104. Nun ist mir endgültig klar, dass dieses E-Book bereits geschenkt zu teuer ist.
Produktlink: http://www.pixxsel.de/fotoschule/know-how/digitale-fotoschule-basiswissen2
Gutscheincode: pixxsel-Fotoschule
Fragen zum Gutschein?: http://www.pixxsel.de/info/gutschein
Tags: Basiswissen, Buch, Christian Haasz, digitale Fotoschule, Digitalfotografie, Fotografie, Franzis Verlag, Rezension
06. März 2010 at 11:43
Muss ich haben.
Bin ich ja bekanntermaßen Einsteiger und Profi.
06. März 2010 at 11:53
“Heroen der Pixelpics”… ich liebe es
06. März 2010 at 12:01
Mir wird wohl ewig schleierhaft bleiben, wieso so viele Leute glauben, dass quasi die Fotografie “digital” neu erfunden wurde?
Hallo, das ist nur ein neues Aufnahmemedium!
Physikalische Gesetze wie Licht und Optik scheren sich einen Dreck darum, mit was wir Menschlein da gerade unsere Bildchen machen!
06. März 2010 at 12:11
Herr Olsen, dann geht für Dich kein Weg an diesem epochalen Werk vorbei
Ich freu mich schon auf Dein Bad-Photgrapher-Erkenntnisse …
Boris, es freut mich, wenn ich Dir eine Freude bereiten kann *höhöhö*
ka-el, jetzt machst Du die schöne Argumentationskette all jener zunichte, die Physik in der Schreibweise Pis(s)ig für die nächste Rechtschreibreform eingereicht haben.
06. März 2010 at 12:31
You made my day!!!
Ich vermisse meine Praktica .. kann mir nicht jemand ne analoge SLR + 1x50mm + 1×28/35mm ins Klinikum liefern? Ich hab Lust auf Makros …
06. März 2010 at 12:37
Mirko, keine Ahnung wo Du gerade liegst, sonst hätte ich umgehend Deine Praktika rüber gebracht. Brauchst Du auch Filme? Wir auch vorbei gebracht. Chemie hast Du sicher (leider) reichlich in der Umgebung.
Heee Leute, Aufruf! Bringt Mirko die Praktika!!!
06. März 2010 at 13:00
was wohl auf den 5 Seiten zwischen S.99 und 104 steht? Vielleicht ist da aber auch das viel diskutierte Schwarze Loch oder gar ein Filmriss?
Danke für die Samstagsvormittagsunterhaltung. Ich schau später noch mal vorbei
06. März 2010 at 13:19
ich bin verunsichert und weiss nicht mehr weiter: dank digital kann ich sorglos … sogar völlig sorglos und in jeder situation drauflos fotografieren. obwohl ich jetzt 10 jahre digital knipse, ist mir das bis heute nicht gelungen.
06. März 2010 at 13:31
Ein Traum!
Ich frage mich auch immer wieder, was Menschen reitet, solche Weisheiten von sich zu geben und dann noch in ein Buch zu packen. Der Eigenverlag oder Verlag mit “Druckkostenzuschuss” machts anscheinend immer wieder möglich – aber ich kann mich natürlich auch irren!
Wieder einmal zeigt sich, dass die Besprechung spannender und lehrreicher als das “Werk” selbst sein kann
06. März 2010 at 14:03
Frau K, da ist bestimmt kein Filmriß zu finden … das wäre doch total analog … sondern der Chipbruch
Kampffussel, dann mußt Du nochmal in das Buch ganz tief einsteigen. Du machst eben alles falsch, wie ich jetzt nach Studium des Lehrwerkes weiß. Aber wahrscheinlich hast Du nur noch nicht begriffen, wie man mit unterem Mittelmaß zufrieden leben kann.
Golfiwang, Dein Kommentar ehrt mich über alle Maßen. Vielleicht sollte ich eine Reihe “spitze Zunge” schreiben und als Fotolehrbuch veröffentlichen. Gebadet in Lachtränen soll sich phantastisch lernen lassen.
06. März 2010 at 14:33
“Vielleicht sollte ich eine Reihe “spitze Zunge” schreiben und als Fotolehrbuch veröffentlichen.”
Gekauft!
Ich hab an anderer Stelle auch meinen Senf zu dem “Buch” abgegeben: http://www.lens-flare.de/blog/kostenloses-e-book-vom-franzis-verlag/9090/comment-page-1/#comment-9614 (Kommentar muss erst noch freigeschaltet werden.)
06. März 2010 at 14:46
Ich muss einfach im unteren Mittelmass-Maßstab leben, denken und handeln! Auf dem Niveau einer Rosine geht es mir dann wieder gut … glaub ich denk mal
06. März 2010 at 15:05
Allein die Einleitung ist doch schon Gold wert, gerade auch in Hinsicht auf die Tatsache, dass er dann später mit dem Goldenen Schnitt um sich wirft.
06. März 2010 at 15:20
ich hab mich dann auch mal erbarmt… und direkt mal geschaut, was sich ab seite 99 so vorfindet.
michael, wie du schon sagtest, der autor ist ein meister aller fächer, definitiv!
gute güte, mir wird jetzt erst bewusst, was ich in den vergangenen jahren so alles falsch gemacht habe! teufel, teufel…
06. März 2010 at 15:44
[...] und meiner jüngsten Nebenbeierwerbung Gassi gehen. Aber das geht nicht. Analog kann man gar keine richtigen Bilder machen, geschweige denn mit sowas hier… [...]
06. März 2010 at 15:49
Oh Mann, wer liest so was? Respekt vor Deinem Einsatz! Ich hätte den Mist sicher nicht länger als 2 Seiten ertragen…
06. März 2010 at 16:54
Moondragon, Deine Stellungnahmen zu den herausgegriffenen Buchpassagen sind wundervoll! Ach ja, es gibt tatsächlich Geschenke, die eher als Belästigung empfunden werden. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, wenigstens wir 2 hatten Spaß damit *grins*
Kampffussel, über Dein Rosinen-Einwurf muß ich erst mal nachdenken. Falls es Dir hilft, für mich wärst Du dann aber ein Rosinenbomber.
Markus, stimmt, ich sollte nicht immer so hohe Ansprüche stellen und mit weniger zufrieden sein. Vielleicht hab ich das auch alles nur falsch verstanden und das Ganze ist eine neue Form der Eventliteratur … such das Gold.
Christian, jetzt sieh doch endlich ein, daß der alte Kram, mit dem Du da rumläufst, maximal Sammlerwert hat. Verleg Dich doch offiziell auf das Sammeln von Kameras und Filmen. Falls Du aus Versehen einen Film belichten solltest, dann kannst Du es auf eine Trunkenheitsphase schieben
Boris, da hast Du mit Deinem Blog ja ein wundervolles Hochtechnologieteil in die Diskussion eingeworfen. Pah, Agfa Box! Goerz war der Bringer und hat sich ja dann ehedem bereichernd in das Zeiss-Konsortium eingebracht.
Stilpirat, ein Mann muß tun, was ein Mann tun muß *aufdenbodenspuck*
06. März 2010 at 21:48
Naja, bei kostenlosen Büchern kann man wohl kaum erwarten, dass der Verlag seine Top-Seller unters Volk wirft.
Ein kurzer Blick zum Online-Buchhändler reicht, um rauszufinden, dass es im September 2006 erschienen und offenbar gedruckt nur noch als Restbestand zu haben ist.
Wenn man das Werk in den korrekten Kontext als Restposten stellt, ist der Inhalt gar nicht mehr so verwunderlich. Es war der Beginn der großen Digital-Fotobuch-Welle und da wollte sicher jeder Verlag erstmal schnell dabei sein. Die technischen Daten scheinen dem damaligen Stand der Dinge zu entsprechen und als sich Hinz und Kunz begannen Digitalkameras zu kaufen, musste man ihnen noch ordentlich zureden, dass sie das richtige tun.
Insgesamt verwundert mich der Inhalt also wenig. Ein typisches Buch, das auf kurze Laufzeit ausgelegt ist.
Das einzig verwunderliche ist, dass der Verlag jetzt sein Wühltischware als super-tolles E-Book anpreist. Denn als Werbung kann es nun wirklich schlecht dienen.
07. März 2010 at 14:23
Ich habe vom selben Autor/Verlag das “Profihandbuch” zur Canon 7D geschenkt bekommen. Davon abgesehen, dass ein “Profi” so ein Handbuch eh nicht benötigt, weist es massenhaft Fehler auf. Beschreibungen die wohl zu irgendwelchen Vorgängermodellen gehören, etc. Das macht ja fast den Eindruck, da will jemand auf die Schnelle Geld verdienen…
07. März 2010 at 23:13
Was mich immer wieder wundert: so viele neue Fotobücher, die das bereits (richtig) GEsagte neu verwursten. Dann noch unter dem Titel einer D-Kamera verlegt und schon strömen die doppelten Käufer und wollen das Büchlein zum Gerät.
Wenn man sagt, dass die fotografischen Weisheiten bereits seit 100 Jahren bekannt sind und das Licht weder vor Film noch Chip halt macht, wird man ungläubig angestarrt. Sogar die Info, dass Aufnahme-Programme nix anderes machen als die Parameter von Empfindlichkeit, Zeit und Blende zu regeln, wird nicht geglaubt.
Ich bin froh, dass ich das entsprechende Dreigestirn mit wenigem Nachdenken und maximal zwei Fingern unter Kontrolle habe. Sollen sich andere durch Anleitungen wälzen und “Weisheiten” aufsaugen. Beim Bilder-Zeigen zeigt sich dann der Rest …
08. März 2010 at 13:08
Karsten, ist es nicht erschütternd, daß ein Buch über Fotografie vom September 2006 heute schon (Anfang März 2010) schon veraltert ist? Ich kenne Bücher aus diesem Umfeld, die weit über 50 Jahre alt sind und noch heute Gültigkeit haben. Und ist es nicht nahezu vernichtend, daß sich dann ein Verlag auf die Socken macht, einen solchen Kram auch noch breit gestreut als Stein der Weisen in die Lande zu hauen?
Frei nach dem Spruch “einem geschenkten Gaul …” könnte man auch schlußfolgern, daß ein derartiger Vorgang in der Pferdewirtschaft umgehend zu einer Seuchenmeldung führen würde.
Steppenwolf71, Du untermauerst meine Vermutung, daß sich an dieser Front eine konzertierte Aktion zur Verdummung des Fotovolkes formiert *lach* Ganz im ernst, wer heute noch an den Grabenkampf zwischen Analog und Digital herumwurstelt, hat die Zeichen der Zeit verpennt. Wir alle sind froh, endlich diesen Seltsamkeiten entronnen zu sein und wieder auf das Fotografieren zurück kommen können … und schwupp wird etwas Halbgares aus der Schublade gezogen, was in sich ausschließlich der Beweisführung des Sinnlosen dient. Aua!
Golfiwang, der Drang zum Weisheitsaugen könnte auch damit zusammenhängen, daß die modernen Kameras schneller antiquieren, als der Prozess des Spielens im natürlichen Ausprobierdrangs dauert. Wer unter Leistungsdruck steht, muß einfach jede Hilfe annehmen *grins*
16. März 2010 at 15:53
Schon mal auf S. 13 (der Bär) alles markiert, kopiert und im Texteditor eingesetzt? Hinter dem Bären findet sich nämlich ein zweites mal der Text der umliegenden Seiten. #schriftsatzfail
16. März 2010 at 16:19
Hannes, sag doch nicht so was, das ist kein Fehler, sondern ein editorisch-rethorischer Trick zur Verfestigung des Lerninhaltes *lach*