Das Photonen-Wurfholz von Herrn Olsen wird angenommen
Ich hasse Blog-Stöckchen, in denen gnadenlos Plattheiten abgefragt werden. Deshalb verweigere ich mich schon seit geraumer Zeit, diesen Anwürfen zu folgen. Nun schwirrt ein Wurfholz von Herrn Olsen durch die Blog-Welt, dem ich mich nicht entziehen möchte. Aber eine Regel möchte ich gleich im Vorhinein brechen: Ich werde das Ding nicht nach andere Leute werfen! Nein, so was mach ich nicht!
Nun denn, liebe Leser, schnallt Euch an, hier kommt die ungeschminkte Wahrheit auf die Olsen’sche Neugier …
Dieses Motiv habe ich verpasst und das ärgert mich:
Soll ich ehrlich sein? Ich habe in weit über 30 Jahren so viele Bilder verpasst, dass ich daraus ein eigenes Buch machen könnte. Aber warum soll ich mich darüber ärgern? Manche Bilder wollen einfach nicht gemacht werden. Sie wollen nur in Erinnerung bleiben. Viel mehr ärgern mich Bilder, die ich zwar gemacht habe, die aber aus irgendwelchen Gründen nicht so geworden sind, wie ich sie haben wollte. Darüber ärgere ich mich. Gnadenlos und immer wieder neu.
Wenn es eine einzige Foto-Regel für mich gibt, dann:
Nun will der Fragesteller mich aber ganz hübsch aufs Glatteis führen. Nur eine Fotoregel? Ja, ist denn schon Weihnachten? Nun mal ganz langsam: Wer lange fotografiert, wird eine Menge Regeln kennen, befolgen oder missachten. Wer noch länger fotografiert, macht aus all dem Regelwust ein Konzentrat, mit dem er gut leben kann. Aber nur er kann das, weil es wie ein Maßanzug passt. Meine erfolgreichste Fotoregel: Geh nie ohne Kamera aus dem Haus!
Die Kamera ist für mich:
Eine wichtige Nebensache, mein Werkzeug und gleichzeitig Suchtmittel.
… würde ich niemals fotografieren:
Sag niemals nie! Ich habe ethische Grundsätze und als Fotograf eine Verantwortung. Aber es kommt ganz darauf an, wie man sich in welchem Umfeld bewegt. In meinem recht kurzen Leben in der Pressefotografie habe ich sicher einige Bilder gemacht, die ich unter normalen Umständen niemals gemacht hätte. Trotzdem bin ich stolz darauf. Ich denke, es kommt immer auf den Kontext an. Wenn man ein Bild nur alleine sieht, dann kann man zu gewissen Dingen tatsächlich nein und niemals sagen. Wenn es aber um einen Kontext, einen Hintergrund, eine ganz bestimmte Zweckbindung geht, dann folgt das Bild anderen Regeln. Also sage ich niemals nie.
Mein überflüssigstes Fotozubehör ist:
Blitz
Ehrlich: Schonmal hemmungslos kopiert?
Ja, siehe hier >>>
Besonders stolz (fotografisch gesehen) bin ich auf:
Och nö, darauf antworte ich jetzt nicht. Stolz bin ich aber definitiv auf meinen Blog, auf dem ich dem einen oder anderen Interessierten Tipps und Ratschläge geben kann.
Dieses Foto hätte ich mir sparen können:
Auch hier gibt es eine Menge Bilder, die ich mir hätte sparen können. Aber das hat sich immer erst im Nachhinein herausgestellt. Wenn ich das „lohnt nicht“ inmitten eines Shootings bemerke, dann höre ich auf, erspare mir also das Unsinnige.
10. März 2010 at 21:38
[...] Olsen hat ein Stöckchen für Fotografen in den Raum geworfen, es ist bei Michael reflektiert worden und bei mir gelandet. Ich habe einen anstrengenden Tag hinter mir, zum [...]
11. März 2010 at 10:22
Genau so war es auch gedacht. Ein Stöckchen, über das man sich ein paar Gedanken machen sollte anstatt einfach platt irgendwas “anzukreuzen”.
Die erste Frage war allerdings eher in die Richtung “Hätte ich machen sollen, kommt so nie wieder.” gedacht. Spielt aber keine Rolle, denn deine Antwort ist erschöpfend genug. (-:
Und natürlich ist das weiterwerfen kein muss. (-:
11. März 2010 at 10:50
Noch so ein Blog-Stöckchen-Hasser (BSH), gut zu wissen, dass ich da mit meiner Einstellung nicht alleine bin.