Die kleine Fotoschule – Über Gegenlicht und Details im Bild sprachen wir bereits. Auch darüber, dass ein Fenster den Blick in die Welt eröffnet, habe ich schon die eine oder andere Andeutung gemacht. Jetzt geht es an den logischen Bildaufbau und wir werden erkennen, dass hierzu ein wenig Technikverständnis notwendig ist.
Menschen benutzen zum Sehen ihre Augen. Ich rede jetzt nicht von den Augen des Bildbetrachters, sondern von den Augen des Menschen auf dem Bild, der aus dem Fenster schaut. Dieser Blick erzählt eine Geschichte, also sollten wir uns darüber unterhalten, wie die Augen in richtiger Form ins Bild gerückt werden können. Augen haben, je nach Physiognomie des Einzelnen, die Eigenschaft, dass sie zumeist im Schatten liegen. Dies hat anatomische Gründe, ist bei jedem Menschen unterschiedlich und hängt von unterschiedlichen Merkmalen der Physiognomie ab. Zudem haben Augen ein nicht steuerbares Eigenleben. Wenn Licht sehr stark in die Augen strahlt, verengen sie sich. Dies wäre kontraproduktiv für die Aufnahmen, die wir jetzt machen wollen. Große Augen wirken offen und anziehend – Sehschlitze wirken skeptisch und abweisend. Also müssen wir in der Lichtsituation Kompromisse eingehen. Aber wie sehen diese aus? (weiterlesen…)