Artikel mit ‘Qualität’ getagged

Blog, Ranking, Kunst und Quote

Montag, 10. Mai 2010

Reden wir doch heute einmal über das Wesen und Unwesen der Bloglandschaft. Schon lange stört mich das Hochgelobe von Rankingzahlen im beständigen Wettkampf, welcher Blog wie hoch in den Zugriffszahlen steht. Viele Leser = guter Blog, scheint eine beliebte Formel zu sein. Wenn ich mir jedoch die Mehrzahl der im Ranking weit oben stehenden Blogs ansehe, schläft mir die linke Gesichtshälfte ein. Viel Soße wenig Fleisch, könnte eine knappe Zusammenfassung sein … ganz besonders, wenn es sich um die Sparte der Fotoblog handelt. Gut ist was gefällt und dabei möglichst ohne Ecken und Kanten ins Seichte sickert. Quote ist wichtiger als Inhalt. Qualität wird dadurch vorgegaukelt, dass sich auf das neutrale „es ist doch nur mein Hobby und ich will Spaß haben“ herausredet. Selbstverständlich zeitigt diese Taktik Erfolg, weil Jubelperser das devote Unterstatement in den Status der Kunst heben. (weiterlesen…)

Geistererscheinung

Samstag, 30. Mai 2009

Wenn Fotografie beständig hammerscharf an das Semireale klopft, wird bald jedes Bild langweilig. Mir geht es jedenfalls so, dass ich das Gähnen angesichts der unsäglich vielen Fotogalerien im Internet kaum noch unterdrücken kann. Immer wieder das Gleiche, manchmal wurden die Personen ausgetauscht, oder die Vermutung liegt nahe, dass es sich gar nicht um andere Personen handelt. So genau erkennt man das nicht, weil alles gleich aussieht. Wir erleben eine Phase der Konservierung von Geistererscheinungen. (weiterlesen…)

Ich will Eure Hände sehn!

Donnerstag, 26. März 2009

reg145_013jweb Ich habe mich schon einmal dazu bekannt, dass ich fotografischer Handfetischist bin. Aber bei diesem Artikel müsst Ihr mir nicht unbedingt Handbilder zusenden. Es genügt, wenn begeistert geklatscht wird. Über was? Über die ersten Bilder aus meiner neuen Lieblingskamera – fast hätte ich überheblich ein „natürlich“ angefügt. Arroganz lässt grüßen. An dieser Krankheit leiden die meisten Fotografen. Lebensgefährlich wird dieses Leiden jedoch nur, wenn man selbst daran glaubt. (weiterlesen…)

Leute heute – Stefanie Schneider

Samstag, 07. März 2009

Auf ARTE.tv +7 ist zurzeit ein wundervoll kleiner Film zu sehen, der mich sehr berührt. Till Death Do Us Part. Ausgewählt wurde dieser Programmbeitrag vielleicht wegen des Weltfrauentages am 8.3.2009 – aber ich sehe das Ganze aus einer ganz anderen Warte. (weiterlesen…)

Paradoxe Physik der Fotografie

Freitag, 05. Dezember 2008

Im Moment bin ich einfach nur genervt. Einunddreißig Jahre, in Zahlen 31, tobe ich jetzt mit der Kamera durch die Welt. In dieser Zeit gab es viel zu erleben. Die heutigen Erscheinungen in der Fotografie erinnern mich stark an die 1980er Jahre. Wer wisse will warum, sollte einmal die zeitgeschichtlichen Linien der Fotografie verfolgen. Sicher wird jeder Interessierte dann auch schnell zu der Erkenntnis gelangen, dass bereits in den 1920er Jahren eine ähnliche Stimmung herrschte. Fragezeichen gefällig? (weiterlesen…)

Richard Avedon – prägender Bombast

Sonntag, 19. Oktober 2008

2004 verstarb Richard Avedon, einer der bedeutendsten Fotografen der Nachkriegszeit. Ab 19.10.2008 ist im Berliner Martin-Gropius-Bau eine Retrospektive seines Werkes zu sehen. In rund 250 Bildern wird nach Angaben der Ausstellungsleitung die Essenz dessen gezeigt, die Avedon zur prägenden Gestalt der modernen Fotografie gemacht haben soll. Ich persönlich habe da meine Zweifel. Eine Ausstellung soll alles Zeigen und erklärlich machen, was einen Meister der Fotografie zu dem gemacht hat, was er war und ist? (weiterlesen…)

Plastizität beginnt wo das Licht aufhört

Mittwoch, 08. Oktober 2008

Eigentlich wollt ich „nur“ das Thema der Abbildungsformate bei verschiedenen Kameratypen diskutieren. Aber mitten in den Ausführungen habe ich einen Satz rausgehauen, der für Aufsehen sorgte. Zitat: „Ab einer bestimmten Licht- und Belichtungskonstellation entsteht ein plastischer Bildeffekt.“ Und schon wollten aufmerksame Leser mehr wissen. Eine Beschreibung der theoretischen Grundlagen habe ich dann als Kommentar geliefert. Bildbeispiele waren bisher nur im FSK18-Bereich zu sehen. Klar, solche aufwändigen Aufnahmetechniken werden nicht jeden Tag angewendet. Bei mir sind das zumeist Bilder im Sujet PornArt. Jetzt zeige ich ein paar Bilder, die mit viel gutem Willen noch als FSK16 durchgehen, aber den Effekt sehr schön zeigen.

(weiterlesen…)

Fragil, melancholisch und erotisch

Donnerstag, 02. Oktober 2008

Seit vielen Jahren bewundere ich die Fotografie der 1920er und 1930er Jahre. Insbesondere die Aktaufnahmen – damals wurden sie manchmal noch Pikanterien genannt – haben es mir angetan. Keineswegs möchte ich hier eine Lanze für den Piktoralismus brechen, sondern auf die gekonnte Lichtführung hinweisen. Fotografische Meisterschaft zeigte sich damals in der Beherrschung des Gegenlichtes und der richtigen Belichtungsmessung. Zudem liebe ich die Natürlichkeit auf den Bildern. Manchmal, wenn sich die Gelegenheit ergibt, mache ich solche Aufnahmen als Reminiszenz an diese große Epoche.

(weiterlesen…)

Das formale Dehydrieren der Moderne

Montag, 29. September 2008

Vor nunmehr 31 Jahren erlernte ich die erwerbsorientierte Fotografie. Seither hat sich vieles verändert. Manches ist besser, manches ist schlechter, weniges ist gleich geblieben. Elektronische Helferlein, in Form eines Arbeitsplatzrechners mit dem angebissenen Apfellogo mit Drucker, zogen vor 27 Jahren bei mir ein. Das war die Revolution in der Rechnungsschreibung und Bildarchivierung. Wenn ich heute von Bildarchiv der damaligen Zeit rede, dann war es ein einfaches Schlagwortregister mit dem Verweis, in welcher Schublade welches Bild zu finden wäre, wenn ich es ordentlich abgelegt hätte. Ich hasse Ablage. Chaos war und ist mein treuester Begleiter. (weiterlesen…)

Kot wird zum Code

Sonntag, 28. September 2008

Die photokina geht in die Endrund und ich bin fertig mit dem Kontakt zum fotografierenden Marktgeschrei. Interessant war die gähnende Langeweile der ausgestellten Bilder, weil sie alle in ihrer Art und Ausführung so ähnlich waren, dass mir schon nach kurzer Zeit jegliche Orientierung abhanden kam, welcher Fotograf welches Sujet und welchen Stil zu pflegen geruhen. Einheitsbrei ist das Gütesiegel der Mehrheit. Wann fangen wir wieder an, nur das Gute und nicht das scheinbar modernere zu honorieren?

(weiterlesen…)

Pages: 1 2 Next