Artikel mit ‘Rollei R3’ getagged

Die scharfen Seiten der Revolution

Mittwoch, 21. Juli 2010

Kommune 1 und APO, freie Liebe und Provokation. Über 40 Jahre ist es her, dass revolutionäres Aufbegehren den Muff der bigotten Bürgerlichkeit jedem Winkel deutscher Wohnzimmergemütlichkeit vertreiben wollte. Rückblickend muss man sagen, dass dies recht gründlich geglückt ist. Selbst das Gutbürgertum gibt sich nicht mehr schockiert, wenn in einem Straßencafé ein Paar den bald folgenden Geschlechtsverkehr ungehemmt vorbereitet. Alles scheint offener zu sein, freier, weniger Zwängen unterworfen. Wie kommt es nun, dass die heutige Fotografie mehr Zwängen und Regeln unterworfen ist, als je zuvor? Hat die Betonierung einer neuen Moraldoktrin schon längst die künstlerische Fotografie zur Unbeweglichkeit verdammt? Die Revolution ist ausgerufen. Nun muss sich die Revolution selbst befreien. Es geht nicht um analoge oder digitale Fotografie und es geht auch nicht um Polaroid, Emulsionslift, Bildmanipulation oder sonstige Bearbeitungsmethoden. Es geht um Bildinhalt und Darstellung … nicht mehr, nicht weniger. (weiterlesen…)

Line up the Day

Mittwoch, 26. August 2009

Heute muss ich einen Testbericht schreiben. Dann sind noch ein paar Bilder zu bearbeiten. Aber vorher muss ich einige Filme durch Entwicklerbad ziehen. Damit das alles in Ruhe geschehen kann, muss ich noch ein paar Rechnungen überweisen. Lange darf ich mich mit den Kleinigkeiten des Tages nicht aufhalten, weil heute Abend zwei Termine auf mich warten. Gesprächshopping im 2-Stunden-Takt. Zuallererst muss jedoch meinen Kopfsalat entsorgt werden. Im Moment realisiere ich einige Projekte. Fotokunst in Reinkultur. Fertiggestellte und noch nicht eingefangene Bilder gehen mir nicht aus dem Kopf. Es wird Zeit, den Kopfsalat zu entsorgen, den Tagesplan abzuarbeiten und an die Fertigstellung der Projekte zu denken. Touched … mit dieser Serie möchte ich mein Werk mit diesem sagenhaften Rollei R3 krönen. (weiterlesen…)

Fotografische Nachdenklichkeit im Schlaraffenland

Samstag, 22. August 2009

Das Alter mag an meiner Nachdenklichkeit Schuld sein. Jedenfalls bin ich heute früh mit dem Gedanken aufgewacht, dass mein fotografisches Lebenswerk gar nicht so groß ist, wie ich ursprünglich dache. In einem Anfall von Statistikwahn kam mir der Gedanke, dass ich bisher erst rund 7.000 Filme verschossen habe. Oder waren es 2.000 oder 3.000 mehr? Ein Teil meiner Negativstreifen gingen über die Jahre verloren, einige habe ich verkauft, andere habe ich nach dem Entwickeln nicht mehr angesehen und wieder andere bewahre ich einer wertvollen Ikone gleich, an einem ganz besonderen Ort auf. Es sind die einzelnen Bilder auf den Negativstreifen, die einen Film wertvoll machen. Nicht der Filmtyp und auch nicht die Anzahl der belichteten Filme, sondern nur die eingefangenen Bilder sind von Wert. (weiterlesen…)

Kaffeebecher, Deckenlampe und blanke Brüste

Dienstag, 21. April 2009

Nichts ist unplanbarer als die ursprünglichste Form der Fotografie: die Lochkamera. Wie zu Beginn des fotografischen Zeitalters bin ich mit der Langzeitbelichtung unterwegs, um das Leben so einzufangen, wie es sich mir bietet. Zugegeben, in den Urzeiten der Lichtkonservierung – etwas anderes ist die Fotografie nicht – gab es noch kein Filmmaterial mit 400 ISO/ASA, keine Rotsensibilisierung und zudem nutzten die Urväter der Fotografie schon objektivbestückte Kameras. Aber kleine historische Ungenauigkeiten sollen uns jetzt nicht stören. Mein Lieblingsfilm ist eben der Rollei R3 und es hat niemand gesagt, dass ich mit einem Schlag zum Puristen mutieren muss, nur weil ich der linsenlosen Fotografie fröne. Und wenn ich alle Lebenssituationen einfangen möchte, dann gehört selbstverständlich auch die linsenlose Aktfotografie dazu. (weiterlesen…)

Dann fiel die Lochkamera um

Montag, 20. April 2009

Belichtungszeiten um dreißig Minuten sind eine Herausforderung für jeden Fotografen. Einfach nichts ist planbar, was in dieser Zeit alles geschehen kann. Das Licht kann sich ändern, das Modell kann seinen Urinaldrang nicht mehr halten oder der Fotograf stößt mit dem Fuß an das Stativ und die ganze Pracht fällt um. Besonders interessant wird es, wenn sich beim Kamerasturz ein sonst lichtschützendes Kläppchen öffnet und das ungehindert wirken kann, was sonst nur wohl dosiert auf den Film gelenkt werden soll. (weiterlesen…)

Ampe lädt zum spielen ein

Dienstag, 14. April 2009

Die analoge Fotografie lädt immer wieder zu Abenteuern ein. Auf Flohmärkten findet sich ein großes Angebot an interessanten Kameras. Die meisten sind maximal 50 Jahre alt und dafür gibt es noch jede Menge Filmmaterial aus neuester Produktion. Wer an Wühltischen ein wenig die Augen offen hält, ergattert für kleine Preise schöne und voll funktionsfähige Uraltkameras, mit denen sich fotografische Streifzüge immer wieder lohnen. Ich habe am Sonntag vor einer Woche allerdings ein richtig geniales Schnäppchen gemacht. Eine Ampe Boxkamera wohnt jetzt bei mir. Das ist ein überdimensionaler, sehr stabiler Holzkasten, gebaut von 1920 bis 1930 in England und für Rollfilme des Typs 241 ausgelegt. Diese Kamera als selten zu bezeichnen, wäre eine glatte Untertreibung. (weiterlesen…)

Ich will Eure Hände sehn!

Donnerstag, 26. März 2009

reg145_013jweb Ich habe mich schon einmal dazu bekannt, dass ich fotografischer Handfetischist bin. Aber bei diesem Artikel müsst Ihr mir nicht unbedingt Handbilder zusenden. Es genügt, wenn begeistert geklatscht wird. Über was? Über die ersten Bilder aus meiner neuen Lieblingskamera – fast hätte ich überheblich ein „natürlich“ angefügt. Arroganz lässt grüßen. An dieser Krankheit leiden die meisten Fotografen. Lebensgefährlich wird dieses Leiden jedoch nur, wenn man selbst daran glaubt. (weiterlesen…)

Tricks und Tipps für Lomografen

Dienstag, 17. Februar 2009

Lomografie mit der Holga Digital geglättete Bilder unserer Welt gibt es mittlerweile an jeder Ecke. Seit mittlerweile mehreren Wochen geht die Kunstdiskussion über mehrere Blogs. Die Sorge vieler ambitionierter Fotografen ist, dass Fotokunst in der Masse zu versinken droht. Immer größer und perfekter werden die digitalen Bearbeitungsmöglichkeiten, die letztendlich alle Bilder gleich und vergleichbar machen. Kunstliebhaber schauen sich auf dem Markt um und suchen das Besondere, das Ungewöhnliche. Eine der beständigsten Formen der Fotokunst ist seit Jahren die Lomografie. Anfänglich war es eine Bewegung, die sich nur mit Kameras des russischen Herstellers LOMO realisieren ließ. Heute zählen zu lomografischen Bewegung auch Kameras anderer Hersteller und alte Box-Kameras. (weiterlesen…)

Lust am Loch – Harmonie

Samstag, 15. November 2008

Wenn es um das Loch der Lust geht, überkommt mich Begeisterung. Fotografenhirne ticken anders. Fotografenaugen sehen Dinge, die andere Menschen nicht sehen. Aber nicht alle Fotografen sind gleich. Für die einen ist die technische Perfektion wichtig, die anderen begeistern sich für das neue, ungewöhnliche Sehen. (weiterlesen…)

Lust am Loch – die Straße

Donnerstag, 13. November 2008

Ich bin wieder unterwegs und nackte Tatsachen bringen mich fast um den Verstand. Die Politik, die Deutsche, macht mich missmutig und am Straßenrand stehen nicht mehr die leicht bekleideten Frauen, die mir im Sommer so gerne zuwinken. Nackte Tatsache. Der beginnende Winter ist der Anfang der heimeligen Wohnzimmertermine, bevor Schlafzimmer für die Kamera geöffnet werden. Dann werden Tatsachen besonders nackt. Ich habe die Lust (weiterlesen…)

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